Das Fellpony
Seit Jahrhunderten lebt das Fellpony im Gebirge Nord Englands, an der Grenze zu Schottland, oder den Fells, wie die Berge Cumbria's auch genannt werden. Das rauhe, unwirtliche Klima und die karge Vegetation liess eine Ponyrasse entstehen, die in England wegen ihrer eisenharten Konstitution, ihres guten Charakters und ihrer universellen Einsatzmöglichkeiten geschätzt wird. Das Fellpony war über Jahrhunderte ein typisches Bergbauern Pony, das geritten wurde , um Schafe zu treiben, das für landwirtschaftliche Produkte zum Markt brachte und am Sonntag für die Fahrt zur Kirche vor den Gig gespannt wurde. Im Bergbau wurden sie als Transportmittel benutzt. Mit bis zu 110 kg Blei bepackt, zogen sie in Gruppen von ca. 20 Ponys der Leitstute und einem Reiter folgend an die Küste. Nur leistungsstarke Ponys konnten diese Aufgabe bewältigen.
Ihre Abstammung ist recht abenteuerlich. Es wird angenommen, das während der römischen Besatzung auch Hilfstruppen aus anderen Ländern beim Bau des Hadrian Walles beteiligt waren. Diese brachten ihre Kriegspferde und auch Hengste verschiedener Rassen mit nach Nord England, wovon viele vermutlich einen züchterischen Einfluss auf die einheimischen Pferde- und Ponyrassen hatten. So wird angenommen, dass die Kreuzung aus französischen, friesischen, deutschen, polnischen und spanischen Pferderassen unter anderem auch das Fellpony prägten.
Die industrielle Revolution und die Automatisierung schienen der Zucht ein Ende zu bereiten. Zwischen den beiden Weltkriegen gab es nur noch fünf Hengste.
Nachdem das Fell in den 60er Jahren noch auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Haustierarten des National Trust stand, hat sich der damals auf 400 Ponys abgesunkene Bestand erholt. Nicht nur in England, auch auf dem europäischen Festland und in den letzten Jahren auch in den USA erfreuen sich die Fells zunehmender Beliebtheit. Heute kann man von einem weltweiten Bestand von etwa 6000 registrierten Fellponys ausgehen, von denen ungefähr 60 in der Schweiz leben.
Mehr als 80% der Fellponys sind heute Rappen, obwohl die ursprüngliche Farbe "brown" war, ein sehr dunkles Schwarzbraun, das sich zu Bauch und Nüstern hin aufhellt. Weitere zulässige Farben sind "grey" (weiss) und "bay" ein helles Braun mit schwarzem Langhaar.
Die maximale Grösse der Fellponys ist 14 hands (=1,422m). Raumgreifende Bewegungen besonders im Trab zeichnen das Fellpony ebenso aus, wie eine gute Knieaktion. trotz grosser Typentreue variieren die Ponys in Grösse und Gewicht.
Rassentypisch für das Fell ist neben seiner Lebendigkeit und Aktivität auch sein freundlicher und williger Charakter. Diese Eigenschaften sind es, die das Fellpony auch in der Arbeit mit Behinderten so beliebt machen. Natürlich sind die Fells auch beliebte Familienponys, da sie auch von Erwachsenen geritten werden können.
ES GIBT KEINEN FALSCHEN JOB FÜR EIN FELLPONY!